Heute, am 21. Mai, ist Natura 2000-Tag! An diesem Datum wird an die Bedeutung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und an die gemeinsame Verantwortung zum Erhalt unseres wertvollen Naturerbes erinnert. Natura 2000 ist das größte grenzüberschreitende, koordinierte Schutzgebietsnetz der Welt. Seinen Ursprung hat es in der Berner Konvention von 1979, dem "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume". Zwei aus diesem Übereinkommen hervorgegangene EU-Direktiven bilden die Grundlage von Natura 2000: Die Vogelschutz-Richtlinie von 1979 und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz: FFH-Richtlinie) von 1992.

Thüringen verfügt über 212 FFH-Gebiete und 35 einzelne FFH-Objekte sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Insgesamt beträgt die Fläche dieser Gebiete 270.000 Hektar, was ca. 15 % der Landesfläche ausmacht. In diesen Gebieten kommen seltene und teilweise vom Aussterben bedrohte Arten vor, welche durch das Natura 2000-Netzwerk und die für die jeweiligen Regionen zuständigen Stationen geschützt werden. Hiervon nahmen die ersten sechs im April 2016 ihre Arbeit auf. Inzwischen hat sich ein Netzwerk aus insgesamt zwölf Stationen und einem Kompetenzzentrum als koordinierende Stelle mit insgesamt 125 Mitarbeitenden entwickelt. Eine dieser Stationen ist die "Mittlere Saale", die im Rittergut Nickelsdorf ihren Sitz hat und deren Trägerverein die ebenfalls im Rittergut sitzende Regionale Aktionsgruppe Saale-Holzland e. V. ist.

 

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Die Thüringer Natura 2000-Stationen und das Kompetenzzentrum befinden sich in stetigem Austausch. Vernetzungstreffen in größerem Ausmaß sind dennoch eine Besonderheit. Ein solches fand im letzten Jahr in der Uhlstädter Heide, im "Revier" der Natura 2000-Station "Obere Saale", statt. In diesem Jahr war die Station "Mittlere Saale" der "Gastgeber" des Stationstreffens. Am 9. Mai 2023 sammelten sich auf dem Bad Klosterlausnitzer Waldparkplatz mehr als 50 Stationsmitarbeitende aus ganz Thüringen zur Exkursion ins hiesige Moor. Aufgrund der großen Teilnehmendenzahl wurden zwei Gruppen gebildet, die von Projektleiter Sebastian Bischoff und Stationsleiterin Christine Teumer geführt wurden. Thematischer Schwerpunkt waren die bisher durchgeführten Wiedervernässungsmaßnahmen im Moor und deren bereits deutlich sichtbare positive Auswirkungen. Nach der etwa dreistündigen Route fand das Stationstreffen seinen Ausklang bei Mittagessen und Kuchen auf dem Rittergut Nickelsdorf.

 

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